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Vampire-Das RPG IV

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Beitrag von Schreibsel-Chi So 26 Jun 2022 - 8:31

Erst als Jimena nach ihm rief, tauchte Aglef aus seinen düsteren Gedanken auf. Verwundert sah er sich um und bemerkte sie einige Meter hinter sich, in einem sehr desolaten Zustand. Er musste dabei zusehen, wie sie zusammenbrach, völlig unfähig ihr irgendwie zu helfen. Und ihre Worte bestätigten ihn darin, was er schon gedacht hatte. Sie war eifersüchtig, neidete Jess die Aussicht mit seinem Bruder zusammen bleiben zu können. Während ich. Ja, während sie mit ihm gestraft war. Wütend ballte er die Hände und versuchte sich nicht vor dem tiefen, dunklen Abgrund vor ihm überwältigen zu lassen. Er hatte gewusst sie zu verlieren, als er sie nach London gebracht hatte. Nur hatte er nicht gedacht so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, wie unzulänglich er war. Seine Wut verpuffte, als Jimena anfing zu weinen. Sie schlug in Mitleid und Hoffnungslosigkeit um. Nach einem kurzen Zögern trat er zu ihr und nahm sie sanft in die Arme. "Es wird wieder gut. Dir wird es wieder gut gehen", versprach er leise und starrte wütend in die Dunkelheit hinter ihr. Er würde dafür sorgen, dass es ihr wieder gut gehen würde.
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Beitrag von Robyn Mo 27 Jun 2022 - 8:21

Das letzte, woran sich Jimena erinnern konnte war, wie sie sich weinend an Aglef gelehnt hatte. Sie war froh gewesen, dass er da gewesen war. Für sie dagewesen war. Er war der Strohhalm, an den sie sich klammerte. Dabei hatte sie mal geglaubt, dass sie sein Strohhalm wäre. Aber wie konnte sie das noch für ihn sein, wenn sie selbst so hart kämpfen musste und keine Kraft mehr hatte? Sie fühlte sich wie jemanden, der im Wasser strampelte und dem die Kraft ausging…
Inzwischen waren sie und Aglef wieder in der Wohnung. Jimena konnte nicht einmal genau sagen, wie lange sie schon auf dem Sofa saß. Sie hatte ins Nichts gestarrt, eine Decke über sich gezogen, weil ihr kalt war. Innerlich. Als sie irgendwann wieder zu sich bekam, blinzelte sie irritiert und sah sich um. „Aglef? Aglef!?“ Ihre Stimme klang erstickter, während sie die Angst beschlich, er könnte sie verlassen haben. Im nächsten Augenblick erschien er jedoch im Türrahmen, war vermutlich nur in der Küche gewesen. Sie war aufgesprungen und im nächsten Moment hatte sie ihre Arme um ihn geschlossen. „Ich-Ich dachte, du wärst fort…“, sagte sie und krallte ihre Finger in den Stoff seines Oberteils. Sie schluckte, presste die Lippen aufeinander und verharrte so einen Augenblick, ehe sie ihn schließlich wieder freigab. Zaghaft langte sie nach seiner Hand, hielt diese fest und zog ihn mit sich zum Sofa. Jimena setzte sich wieder hin, ihm zugewandt und wartete, bis auch er Platz genommen ist. Sie blickte auf seine Hand, die sie noch immer festhielt. Eine Hand, die ihr inzwischen so vertraut war, wie keine andere… Aglefs Hand. Ihre Mundwinkel zuckten leicht nach oben, bildeten ein trauriges Lächeln. „Weißt du, warum ich dich in Italien vor die Wahl gestellt habe? Warum ich hören wollte, was ich für dich bin?“, fragte sie leise und sah blinzelnd zu seinem Gesicht auf. Mit der zweiten Hand fuhr sie sich über die Brust. „Weil da dieser Zweifel ist. Seit… seit ihm. Seitdem ist da dieser Zweifel, der immer größer wird. Ich habe mich schon einmal in jemandem geirrt, der mir wichtig war. Und was einmal passiert ist, kann wieder passieren, oder? Was, wenn ich mich täusche? Was ist wahr? Solche Gedanken werden immer lauter. In meinem Kopf. Und ich wusste nicht- nein, ich war mir nicht mehr sicher…“ Sie schüttelte den Kopf und fuhr sich mit der einen Hand über das Gesicht, während sie mit der zweiten noch immer ihn festhielt.
„Ich weiß, dass ich dir wichtig bin. Ich weiß das. Und trotzdem… ist da diese Angst. Dass es wieder passieren kann“ Ihre Unterlippe zitterte leicht, sah ihn aus traurigen Augen an und streckte dann ihre zweite Hand nach ihm aus. Sachte legte sie diese an sein Gesicht. „Wie machst du das nur? Du hast viel Schlimmeres erlebt und trägst es schon so lange mit dir herum. Während ich… nach nur ein, zwei Jahren einknicke… Es ist geradezu lächerlich, dass ich anfangs dachte, dir eine Stütze sein zu können… Ohne dich… Ohne dich wäre ich längst nicht mehr hier.“ Sie strich sanft mit ihren Fingern über sein Gesicht.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Di 28 Jun 2022 - 6:58

Am liebsten hätte Aglef auf etwas eingeprügelt, aber er konnte nicht. Es würde Jimena nicht helfen, wenn er die Wohnung auseinandernehmen würde. Und am Ende würde es ihn auch nicht beruhigen. Es war ihm nur übrig geblieben die völlig apathische Jimena zurück zu bringen, nachdem ihr Tränenausbruch beendet war. Zum Glück waren sie in einer recht ruhigen Ecke Londons gewesen, sonst hätten sie ungewollte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Einen Moment hatte er sie auf dem Sofa beobachtet, dann war er in die Küche gegangen. Sie trank zu wenig, vielleicht konnte er sie dazu bringen und es gab ihm ein wenig zu tun, etwas, was ihn nicht selbst in die Verzweiflung treiben würde. Er kam nicht so weit. Noch bevor er die Mikrowelle angeschaltet hatte, rief Jimena schon nach ihm. Hektisch ließ er alles fallen und eilte in das Wohnzimmer. Kaum war er bei ihr, fiel sie ihm auch schon in die Arme. Verwirrt und ratlos legte er seine Arme auch um sie und strich ihr beruhigend über die Schultern. "Natürlich nicht. Ich würde nicht einfach so verschwinden", sagte er und hielt abrupt inne. Doch. Würde er. Aber nicht solange sie alleine war. Nur musste Jimena das nicht wissen. Eher beklommen folgte er ihr zum Sofa und sah ihre umschlossenen Hände an. Was sie ihm dann erzählte traf ihn tief. Alles in ihm zog sich zusammen. Es war als hätte sie erraten, was er vor hatte zu tun und wollte ihm zuvor kommen. "Natürlich tust du das", antwortete er leise und drückte ihre Hand. Dabei traf es ihn tief, dass sie dachte er könnte ihr ähnliches antun wie Benoît. Aber er verstand sie auch nur zu gut. Es ging ihm nicht anders. Nur anders als sie, konnte er es einfach nicht aussprechen. Daher war sein Lächeln auch sehr verkniffen, als sie ihn fragte, wie er es schaffte. "Du bist mir eine sehr große Stütze, Jimena. Schmälere deinen Wert nicht", sagte er gepresst und musste sich davon abhalten sich ihrer Berührung zu entziehen. Er fühlte sich so unzulänglich. Ihr Nachsatz ließ ihn alamiert wieder zu ihr blicken. "Sag das nicht. Das ist nicht wahr", widersprach er und zog ihre Hand von seinem Gesicht weg. "Ohne mich.. Dir ginge es so viel besser ohne mich. Ich bin kein Beispiel, dem du nacheifern solltes. Wie ich es schaffe? Durch Wut, Jimena. Dir ist grausames angetan worden und du wirst einen Weg finden damit abzuschließen. Aber mach es nicht wie ich", bat er sie, während er ihre Hände fest umschloss.
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Beitrag von Robyn Di 28 Jun 2022 - 8:47

Stütze. Das war sie vielleicht anfangs gewesen. Als er angefangen hatte wieder zu sprechen und ihre Nähe zu ertragen, ohne (weitestgehend) wegzuzucken. Aber seitdem? Seit der Sache… war sie diejenige, die eine Stütze benötigte. Blinzelnd wurde Jimena aus ihren Gedanken gerissen, als Aglef ihr widersprach und ihre Hand von seinem Gesicht nahm.
„Nein. Das stimmt nicht!“, setzte Jimena vehement dagegen und machte ein ernstes Gesicht. Glaubte er das etwas wirklich? Dass sie ohne ihn besser dran wäre? Entgeistert schüttelte sie den Kopf, als sie aus seinem Blick und seiner Mimik las, dass dem tatsächlich so war. „Ohne dich ginge es mir viel, viel schlechter. Und nein, ich lasse da nicht mit mir reden! Wenn jemand das beurteilen kann, dann ich“, sagte sie und drückte seine Hände, welche sie nun ansah. Wut. Sie war wütend gewesen… Aber andere Affekte und Gefühle waren schließlich drückender gewesen. Benoît war tot und er war mit Sicherheit viel zu gut davongekommen, wenn man bedachte, wie viele Leben er auf dem Gewissen hatte… „Wut liegt mir wohl nicht so sehr. Was das anbetrifft, kannst du also beruhigt sein“, sagte sie mit einem schwachen Lächeln und sah blinzelnd wieder zu ihm auf.
„Ich hoffe es… Ich hoffe, es wird besser, aber… ich weiß nicht wie. Und ich habe Angst… dass ich dich mit mir runterziehe“, sagte sie leise, drückte seine Hände mit einem traurigen, kummervollen Blick.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Mi 29 Jun 2022 - 4:31

Auf Jimenas Abehnung lächelte er nur freudlos, ließ das Thema aber fallen, ganz wie sie es wünschte. Es brachte auch nichts darüber zu reden. Ebensowenig, wie sie glauben wollte, dass er schuld an ihrem Zustand war, würde er sich auch nicht überzeugen lassen, dass es ihr ohne ihn schlimmer gehen würde. Schließlich, wer war denn Schuld daran, dass Benoît überhaupt die Hand gegen sie erhoben hatte? Wenn sie nicht mit ihm zusammen gewesen wäre, dann hätte Benoît sicher nicht zu solchen Mitteln gegriffen. Wenn es ihr half sich besser zu fühlen, wenn sie glaubte, dass er gut für sie war, würde er ihr jetzt in diesem Moment den Glauben lassen. Dachte er zumindest. Dann sprach sie von ihrer Angst ihn mit sich runter zu ziehen. Aglef lachte kurz und sehr trocken auf und hielt es nicht mehr in ihrer Nähe aus. Da war sie wieder, die Wut, die keine Möglichkeit hatte zu entweichen. In dem Moment stellte er fest, dass er wütend auf sich selbst war, dafür Jimena nicht besser geschützt zu haben. Da war er aber schon aufgesprungen und um das Sofa herum gelaufen, wo er dann die Finger in die Posterung bohrte. Für einen kurzen Moment war er von seiner Selbsterkenntnis abgelenkt, dann schüttelte er das Gefühl ab und konzentrierte sich wieder auf Jimena. "Kümmer dich nicht um mich", sagte er barsch und musste tief durchatmen um seinen Tonfall wieder unter kontrolle zu bekommen. Wesentlich wärmer sah er seine Freundin an und schüttelte traurig den Kopf. "Du ziehst mich nicht runter. Mach dir keine Gedanken um mich. Dank dir geht es mir so viel besser. Und ich werde dafür sorgen, dass auch du dich wieder gut fühlen kannst." Selbst wenn das bedeutet, dich nie wieder zu sehen. Grimmige Entschlossenheit legte sich kurz über Aglefs Gesicht, bevor er sich zwang freundlich zu lächeln. Was das Gespräch ihm gezeigt hatte war, dass Jimena sich über viel zu viele Dinge Sorgen machte und sich die Schuld dafür gab. Das würde er ändern, aber für jetzt sollte sie sich damit nicht auch noch belasten. Das war seine Entscheidung, die er zu ihrem Besten traf.
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Beitrag von Robyn Mi 6 Jul 2022 - 8:05

Sprung um ein paar Stunden auf den nächsten Morgen, Donnerstag, 19. November

Jesaiah war in den frühen Morgenstunden aus dem Bett im Hotel geschlüpft und hatte sich von Damions Blicken und Berührungen nicht mehr weiter umgarnen lassen. Stattdessen hatte sie (alleine!) geduscht, angezogen und war danach wieder aus dem Badezimmer gekommen. Sie tauschten ein paar Worte (Jess mehr als Damion) und sie nahm ihm das Versprechen ab, dass keiner von ihnen über diesen Abend und was passiert ist, sprechen würden. Danach verabschiedete sie sich und machte sich auf dem nach Hause weg. Es war noch kurz vor sieben, als sie die Wohnung erreichte. Jess zuckte leicht zusammen, als sie die fremden Gerüche wahrnahm. Leise schloss sie die Tür hinter sich, schlüpfte aus den Schuhen und aus ihrem Mantel und überlegte noch, ehe sie feststellte, dass die Gerüche zu Aglef und Jimena gehören müssten…
Zum Glück waren sie nicht mehr da. Jess wettete, dass sie noch immer nach Damion roch. Sie würde nachher definitiv noch einmal duschen.
Sie ging in die Küche und kam schließlich mit einer Tasse Kaffee ins Schlafzimmer, wo in diesem Augenblick Caseys Wecker losging. „Guten Morgen“, wünschte sie, als Casey die Augen aufschlug. Sie setzte sich auf den Bettrand an seine Seite und stellte die Tasse auf dem Nachttisch ab. „Kaffee?“, fragte sie mit einem warmen Lächeln. „War dein Bruder da? Ist etwas passiert?“, fragte sie besorgt.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Do 7 Jul 2022 - 7:59

Irgendwie hatte Casey im Halbschlaf merkwürdige Träume. Sein Bruder jagte einen Pinguin, der versuchte Jess mit Damion zu verheiraten. Selbst im Traum fragte Casey sich, warum sein Bruder den Pinguin eigentlich jagte. Aglef wäre doch sicher viel froher, wenn Jess und Damion verheiratet wären. Und dann schellte sein Wecker penetrant durch den Traum. Casey schreckte hoch und hätte fast sein Handy vom Nachttisch geschmissen, als er Jess direkt über sich bemerkte. "Oh. Jess. Morgen. Bist du gerade erst gekommen?", fragte er, als sie nach seinem Bruder fragte. Sein Bruder.. "Irgendwie schon", musste er zugeben und versuchte seine Gedanken erst einmal zu ordnen. Der Traum funkte ihm da noch ein bisschen dazwischen, weswegen er erst einmal nach dem Kaffe griff. "Er wollte meine Hilfe. Will meine Hilfe. Jimena geht es schlecht. Ihr geht es wirklich schlecht. Aglef will, dass ich eine Möglichkeit finde, sie zu trennen. Und ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll ohne es nicht allen beiden noch schlimmer zu machen", seufzte er und stütze den Kopf kurz in die Hand. Dann sah er mit einem halben Lächeln zu seiner Verlobten hoch. "Deine Nacht war hoffentlich besser."
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Beitrag von Robyn Fr 8 Jul 2022 - 7:32

Zuerst hob Jess eine Braue, die zweite folgte gleich und dann zog sie die Stirn kraus. Aglef brauchte Caseys Hilfe. Um sich von Jimena zu trennen, der es schlecht geht!? Das klang, ehrlich gesagt, nach einem ziemlich beschissenen Verhalten. Er wollte sie verlassen, weil es ihr nicht gut ging!? Sie hatte gedacht, dass Aglef etwas an Jimena lag und umgekehrt. Oder verstand sie etwas falsch?
Ihre Stirn glättete sich und sie sah mit einem mitfühlenden Blick zu Casey, der seinen Kopf in seine Hand stützte. Das musste ein zermürbender Abend gewesen sein… während sie bei Damion war. Besser, es war das letzte Mal gewesen. „Das war sie wohl. Aber das ist im Vergleich zu deinem Abend wohl auch keine große Kunst“, sagte sie mit sanfter Stimme, streckte ihre Hand aus und strich ihm sacht über das Gesicht. „Wie wäre es, wenn du erst einmal versuchst, etwas wacher zu werden. Ich mache derweil Frühstück in der Küche und dann erzählst du mir noch einmal die lange Version des gestrigen Abends. Ich habe das Gefühl, ich habe ganz schön was verpasst“, sagte sie, nahm ihre Hand zurück, lehnte sich vor und gab ihm einen kurzen Kuss, ehe sie aufstand.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Fr 8 Jul 2022 - 8:23

"Toast reicht", antwortete Casey, nachdem er einen Moment überlegt hatte ob er nicht besser gleich erklärte was eigentlich passiert war. Aber Jess hatte recht: er sollte erst einmal wach werden, bevor er versuchte das Knäul zu entwirren, dass er da angerichtet hatte. Er sah Jess einen Moment hinterher, dann kämpfte er sich aus dem Bett und in das Bad. Eine Dusche später war er tatsächlich wach und fühlte sich für das Gespräch gerüstet. Mit einem fröhlichen Lächeln kam er daher in die Küche und gab Jess einen Kuss, ehe er sich an den Tisch setzte. Auf dem natürlich nicht nur Toast lag. Aber jetzt wo er davor saß, hatte er tatsächlich auch Hunger. Tatsächlich kümmerte er sich erst einmal darum. "Du hattes recht", sagte er zwischen ein paar Bissen und sah mit einem glücklichen Lächeln zu seiner Verlobten. "Wach werden und was essen tut gut. Jetzt sollte ich wohl die Ehre meines Bruders retten. Er will sich nicht von Jimena trennen. Aber er meint er muss es", fing er an und erzählte Jess dann alles, was passiert war, nachdem er seinen Bruder und Jimena auf der Straße getroffen hatte. "Und jetzt denkt Aglef, dass ich Jimena helfen könnte sich wieder zu fangen. Aber ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich das schaffen soll. Vor allem fürchte ich, dass die Trennung von Aglef Jimena nicht gut tun würde, egal was Aglef glaubt." Der Appetit war ihm schon wieder vergangen. Etwas bedauernd sah er auf den Teller, Jess hatte sich so viel Mühe gegeben, aber unbemerkt hatte er tatsächlich den größten Teil schon gegessen.
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Beitrag von Robyn Sa 9 Jul 2022 - 8:16

Jess versenkte die Pfanne in der Spüle, nachdem sie das Rührei auf den Teller gegeben hatte. Nur einen Augenblick, nachdem sie den Teller mit dem Toast auf dem Tisch abgestellt hatte, kam Casey in die Küche. Mit einem warmen Blick erwiderte sie den kurzen Kuss und setzte sich anschließend zu ihm an den Tisch. Sie erzählte ihm ein wenig von ihrem heutigen Tag (dass sie mit Damion erneut gesprochen und sie ihm dieses Mal von der Verlobung erzählt hatte, was auch der Wahrheit entsprach – lediglich den Sex und das Hotel ließ sie unerwähnt). Danach erzählte Casey ihr seinerseits ausführlich von Aglefs und Jimenas Besuchs und von Aglefs Anliegen.
Also hatte Jess ihn vorhin wirklich falsch verstanden. Hm. Jess verzog ernst das Gesicht und stützte ihren Kopf in ihre Hand. „Das klingt nicht gut… Aber wer kann es ihr verdenken“, murmelte Jess und dachte an damals zurück, als diese Sache mit Benoît gewesen war. Was Benoît für Jimena gewesen war, war Brida für Jess gewesen. Nur, dass Benoît und Jimena auch in jüngster Zeit noch sehr eng miteinander befreundet gewesen waren, während Jess viele Jahrzehnte lang kaum bis gar keinen Kontakt mehr zu Brida gehabt hatte…
Jess seufzte und stand schließlich auf. „Warte kurz“, sagte sie und verließ die Küche. Sie nahm sich das Telefon, warf einen kurzen Blick auf die Uhrzeit und wählte anschließend Victorias Nummer.

Leise schloss Victoria die Tür hinter sich, nachdem sie das Telefongespräch mit Jess beendet hatte. Sie war gerade auf dem Weg ins Badezimmer gewesen, als ihr Handy geklingelt hatte. Sie hatte erst gezögert, unwillig jetzt noch einen Anruf anzunehmen, aber als sie Jess Namen auf dem Display gelesen hatte, war sie mürrisch drangegangen. Und sie war froh, dass sie es getan hatte.
Mit einem Finger zupfte sie den Träger ihres seidenen Nachthemds zurecht und trat auf das Bett zu, in dem ihr Mann bereits lag. „Entschuldige“, sagte sie, da sie ihn eine kleine Weile wegen des Anrufs hatte warten lassen. Dabei hatten sie gar nicht mehr so viele Abende, bevor sie mit Jess und Phyllis aufbrechen würde. Jeder Abend war so kostbar…
Mit einem entschuldigenden Lächeln schlüpfte sie unter die Decken neben ihn und schmiegte sich an ihn. „Das war Jess. Es ging um Jimena“, fing sie an und erzählte ihm daraufhin, dass es der Älteren wohl aktuell nicht gut ging. „Jess hat mich gefragt, ob wir sie nicht mitnehmen. Und ich finde, dass das eine gute Idee ist. Wir sollten wenigstens versuchen, ihr zu helfen… Das zumindest bin ich ihr schuldig, nachdem sie und Aglef uns das Leben gerettet haben“, sagte sie, sah zu Galon auf und legte ihre Hand auf seinen Oberkörper.

Jess kehrte in die Küche zurück, wo Casey nun endgültig mit seinem Frühstück fertig war. Sofort tat es ihr leid, dass sie nicht bei ihm geblieben war, andererseits hatte sie in Ruhe mit Victoria über ihre Idee sprechen wollen. „Also“, fing sie an, setzte sich wieder zu ihm und atmete tief ein.
„Wir sind uns beide darüber einig, dass du Jimena nicht helfen kannst. Es wäre für dich auch viel zu gefährlich – eure lange Freundschaft hin oder her. Wenn man nicht man selbst ist, tut man manchmal Dinge, die man sonst nie tun würde… Daher… habe ich eben mit Victoria darüber gesprochen. Wenn Jimena einwilligt… nehmen wir sie mit. Ich denke, die Chance sind zwar nicht sonderlich hoch, dass es klappt und wir ihr helfen können, aber… doch wenigstens eine kleine Wahrscheinlichkeit. Und ein Versuch wert. Nur können wir es schlecht gegen ihren Willen tun. Ich würde mit ihr darüber reden… Was hältst du davon?“, fragte sie, langte über den Tisch und fasste seine Hand.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Di 12 Jul 2022 - 8:03

Casey hatte noch gar nicht wieder vom Teller aufgesehen, als Jess mit ihrem 'einen Moment' um die Ecke kam und weg war. Verwirrt sah er auf und fragte sich was gerade passiert war. Hatte Jess ihn gerade einfach sitzen lassen? Hatte sie ihm überhaupt zugehört? Er drehte sich auf dem Stuhl um, aber Jess war weg. Was auch immer sie gerade tat, er hoffte, dass sie ihn nicht einfach hatte abblitzen lassen. Er saß echt in der Tinte mit dem Problem, da brauchte er seine Verlobte um das zu klären! Nach einem Moment entschied er sich dagegen ihr zu folgen und ihr stattdessen zu vertrauen. Zumindest in der nächsten halben Stunde.
Bevor die um war, kam Jess auch wieder zurück, sah aber nicht unbedingt glücklich aus. Bei dem was sie sagte, fühlte er sich aber auch nicht glücklich. Es war schon ziemlich erniedrigend zu hören, dass er unzulänglich war. Obwohl er zugeben musste, dass sie recht hatte. Egal wie sehr es weh tat. Ihr Vorschlag der folgte, war auch sehr vernünftig. Etwas sehr vernünftig. "Du weißt schon, dass ich das nicht von dir - oder euch - verlange?", sagte er leise und erwiderte den Druck ihrer Hand. "Es ist mein Problem, das kann ich auch selbst lösen. Jimena ist nicht gemeingefährlich", fügte er mit einem halben Lächeln hinzu. Dann seufzte er selbst und nickte leicht. "Wenn Jimena es aber möchte und ihr denkt, dass es helfen kann, dann okay. Ich finde die Idee gut. Nicht die, dass du mich so lange alleine lässt. Aber dass du dich bereit erklärst mir zu helfen - uns zu helfen - dann in ich dir unglaublich dankbar."

Galon hatte das Klingeln gehört und noch viel verwunderter festgestellt, dass Victoria an das Telefon ging und dann lange in einer Unterhaltung war. Es musste wichtig sein, sonst wäre seine Frau nicht ran gegangen. Oder hätte dem Anrufenden gleich den Kopf abgebissen. Einigermaßen neugierig wartete er daher auf die Rückkehr seiner Frau. Den Abend hatte er sich zwar anders vorgestellt, aber jetzt wollte er wissen was eigentlich los war. Daher genoss er den Anblick Vic's auch nicht allzusehr genoss, als sie in ihrem Nachthemd einfach atemberaubend aussah. Und mehr versprach, als sie jetzt wohl bekommen würden. Jess und Jimena waren zwei Namen, die er eigentlich nicht in Kombination zu hören erwartet hatte. Wenn es um Jimena ging, ging es eigentlich immer auch um Aglef, der dieses Mal gar nicht wirklich vorkam. Als Victoria ihre Geschichte beendet hatte, hatte er seine Arme um sie gelegt und genoss ihre Nähe. "Die Reise kann ich dir wirklich nicht mehr ausreden, oder?", fragte er, hoffnungslos. Er stellte die Frage schon eine Weile eher als Running Gag, als dass er sich wirklich etwas davon erhoffte. Vor allem weil er überzeugt davon war, dass sie Recht mit dieser Reise hatten. "Wir sind es ihr wirklich schuldig. Wenn es etwas gibt, was ich tun kann, dann melde dich."
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Beitrag von Robyn Mi 13 Jul 2022 - 8:06

„Das weiß ich. Und die anderen sicherlich auch. Nur, so macht man das eben. In einer Familie. Für einander da sein“, antwortete Jess mit einem warmen Lächeln und fädelte ihre Finger in die seine ein, wobei ihr Verlobungsring an ihrem Finger steckte. „Außerdem ist Jimena vermutlich die Einzige, die es lange mit deinem Bruder aushält. Und die Einzige, die dein Bruder in seiner Nähe duldet. Mal ganz davon zu schweigen, dass etwas zwischen ihnen läuft. Also ist Jimena auch Familie. Und darum kümmere ich mich. Eigentlich, so betrachtet, ist das eine Art Familienurlaub. Mit meiner Schwester, meiner Schwägerin und… der Frau von…“ Jess verzog das Gesicht. Galon als ‚Großvater‘ zu betiteln fühlte sich irgendwie schräg an. Und es traf in ihren Augen auch nicht richtig zu. Was genau war Galon also für sie? Ein Vorbild, keine Frage. Sie sah zu ihm auf. Im Grunde war er eine Vaterfigur für sie. Jess blinzelte und ließ den Blick sinken. „Von… uhm, Galon“. Sie machte eine wegwischende Handbewegung.
„Wie dem auch sei, ich bin mir sicher, dass es Jimena guttun würde. Wir werden einfach sehen, ob wir sie dazu überreden können…“

„Du kennst die Antwort.“ Victoria legte eine Hand an Galons Gesicht und strich zärtlich über seine Wange. Er hatte ihr diese Frage schon mehrmals in den letzten Tagen gestellt. Eine richtige Antwort erwartete er wahrscheinlich ohnehin nicht mehr. Er wusste, dass es kein Zurück gab. Sie würde diese Reise mit den anderen machen. Sie wusste eigentlich gar nicht so genau, warum sie anfangs zugesagt hatte. Doch inzwischen sah das anders aus. Sie wollte den Frauen helfen, besonders Jimena, in deren Schuld sie stand. Gleichzeitig hatte sie aber auch das Gefühl, dass diese Reise ihr ebenfalls helfen könnte. Sich zu sortieren… ein paar Dinge gerade zu rücken, die aus dem Gleichgewicht waren.
Victoria sah ihren Mann mit einem warmen Blick an, die Hand noch immer seitlich an dessen Gesicht. „Sind wir. Und danke dir. Ich melde mich, sollte es etwas geben. Ich melde mich aber auch so. Nur, damit du dir nicht zu große Sorgen machst und dein Temperament nicht mit dir hier durchgeht. Das Clangebäude soll schließlich noch stehen, wenn ich zurückkehre“, sagte sie mit einem kleinen Schmunzeln. „Ich befürchte nur, ich kann dir bei den Vorbereitungen für den alljährlichen Ball an Heiligabend nicht helfen. Aber ich werde an dem Ball da sein. Spätestens“

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Beitrag von Schreibsel-Chi Mo 18 Jul 2022 - 8:38

Familie. Da hatte sie recht, das Wort löste aber noch eine andere Erinnerung bei ihm aus. Aglef und Jimena wussten von der Verlobung und davon hatte er Jess noch nichts gesagt. Das sollte er tun, bevor sie mit Jimena sprach. Ein wenig unruhig fing er an auf dem Stuhl reum zu rutschen, während seine Verlobte nach einem passenden Begriff suchte. Casey war sich zwar relativ sicher, wen sie beschreiben wollte, musste aber trotzdem lachen, als sie am Ende nur von Galon sprach. Der arme Mann bekam keine passende Familienbeschreibung dazu. Das Lachen verging ihm allerdings, während er selbst darüber nachdachte, was ihr aller Herr und Meister wohl am ehesten für Jess sein könnte. Vielleicht war es besser, dass sie bei Galon blieben. Am Ende grinste er leicht über ihre Handbewegung und nickte zu ihren Worten. "Bevor du sie allerdings überredest. Es gibt da noch was, was ich dir gestehen muss. Es könnte sein, dass ich den beiden erzählt habe, dass wir verlobt sind", sagte er und setzte ein ebenso charmantes wie verlegenes Lächeln auf.

"Wenn du an Weihnachten nicht wieder da bist, dann komm ich dich holen", drohte Galon scherzhaft und legte die Arme um seine Frau. "Den Ball organisieren schaff ich schon. Darin hab ich ein paar Jahrzehnte Erfahrung. Die meiste Arbeit macht eh Jael." Mit einem zufriedenen Seufzen drehte er den Kopf, dass er seine Nase in Victorias Haare drücken konnte. Es kam ihm irrsinnigerweise so vor, als würde er sie verlieren, obwohl sie nur für ein paar Wochen verreiste. Vermutlich immer noch diese irrationale Angst davor sie wirklich zu verlieren, nachdem sie im letzten Jahr den Angriff auf sich hatten durchmachen müssen. "Ich vermisse dich jetzt schon. Also melde dich bitte wirklich, egal was ist", fügte er wesentlich leiser hinzu.
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Beitrag von Robyn Mi 20 Jul 2022 - 8:11

„Es könnte sein?“ Jess hob über Caseys Formulierung die Augenbraue und seufzte. „Ich weiß ja, dass dir der Gedanken nicht behagte, Aglef erst später davon zu erzählen. Aber das ging jetzt doch deutlich schneller als gedacht… Und? Wie hat er es aufgenommen?“, fragte Jess neugierig. So schlimm konnte es ja nicht gewesen sein, immerhin saß Casey in einem Stück noch vor ihr. Vielleicht war aber auch einfach nur das Timing gut gewesen – weil Aglef gerade ganz andere Sorgen hatte (Jimena), als sich über eine Verlobung zu ärgern. Wie dem auch sei, sie hoffte sehr, dass Aglef ihnen keine Steine in den Weg legen würde – er war Caseys Bruder und einzige Familie, seine Meinung war ihrem Verlobten daher selbstverständlich wichtig.
„Wenn er nun Bescheid weiß und Damion auch… Sollten wir es auch den anderen sagen. Charles, Sun Lee, Rubina und Jael. Und Galon und Victoria würde ich es gerne noch sagen, bevor wir abreisen“, raunte sie nachdenklich.

Victoria lachte leise, als Galon meinte, er würde sie holen kommen, wenn sie an Weihnachten nicht da wäre. Fast war sie geneigt, es darauf ankommen zu lassen… Nur um herauszufinden, ob er es tatsächlich tun würde. Tatsächlich war sie sich deswegen nicht sicher. Würde er den Ball einfach links liegen lassen, zusammen mit allen (mehr oder weniger) wichtigen Persönlichkeiten, die daran teilnahmen? Besser, sie ließ es nicht darauf ankommen. Der Ball war wichtig.
Victoria schloss die Augen, als er sein Gesicht an ihre Haare drückte und lächelte ein klein wenig wehmütig. „Ich bin doch noch hier. Kein Grund, mich schon zu vermissen“, sagte sie in neckendem Tonfall und strich mit ihren Fingern über seinen Nacken. „Natürlich werde ich mich bei dir melden. Schon allein um sicher zu gehen, dass in meiner Abwesenheit kein Chaos ausbricht. Oder jemand versucht, sich an dich heranzumachen“, sagte sie mit einem kleinen, amüsierten Lächeln.

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Beitrag von Schreibsel-Chi So 24 Jul 2022 - 7:18

Casey lächelte kleinlaut und zuckte mit den Schultern auf Jess nachfrage. Sie hatte ja recht. Es war von ihm ja auch gar nicht so geplant gewesen. "Irgendwie hat das Thema sich so ergeben und ich hab keinen Weg gefunden es nicht zu sagen", sagte er und zögerte dann die Reaktion seines Bruders zu beschreiben. Nachdenklich sah er auf seine Hände und dann wieder mit einem Schulterzucken zu Jess. "Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, wie er es aufgenommen hat. Jimena schien aber nicht sonderlich begeistert, daher dachte ich es ist besser es dir zu sagen." Für einen Moment dachte er wieder an die merkwürdig eifersüchtige Reaktion seiner alten Freundin zurück. Auch nach einer Nacht schlaf wurde er aus ihrem Verhalten nicht schlauer. Das zwischen ihnen war so lange her und sie hatte jetzt doch Aglef. Vielleicht lag es wirklich alles nur an ihren Problemen im Moment. "Bitte?", fragte er, als ihm auffiel, dass Jess mit ihm sprach und die Worte sich dann in seinen Verstand schummelten. "Ach so. Ja. Sollten wir wohl. Der Hase ist eh aus dem Sack", schob er direkt hinterher, ehe Jess ihre Frage wiederholen konnte und lächelte sie warm an.
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Beitrag von Robyn Mo 25 Jul 2022 - 8:14

Sprung auf Samstag, den 21. November, abends

Ihre Finger zitterten leicht, als sie den Verschluss ihres Rucksacks einrasten ließ. Jimena hatte nicht viele Habseligkeiten bei sich, als sie mit Aglef nach London gekommen war, weswegen sie auch nicht viel hatte packen müssen. Das, was sie ohnehin am aller meisten mit sich nehmen wollte, konnte sie ohnehin nicht mitnehmen. Jimena sah von ihrem Rucksack auf und blickte zu Aglef hinüber. Ihr Blick war eine Mischung aus Angst, Zweifel und Sorge. Tat sie das Richtige? Inzwischen wusste sie, dass Aglef nur nach London hatte gehen wollen, um sie dort… abzugeben. Sie konnte es ihm nicht verdenken. Sie hatte sich ja selbst eingestanden, dass sie völlig fertig war und Hilfe brauchte. Und mit Jess und Victoria mitzugehen war… ein Versuch. Nur behagte ihr der Gedanke noch immer nicht, Aglef zurückzulassen. Jimena kaute auf ihrer Unterlippe herum und ließ den Blick wieder auf ihren Rucksack sinken. Sie nahm die Schlaufen und zog sich ihren Rucksack kurz darauf auf die Schultern. „Ich bin fertig“, murmelte sie und blickte wieder auf. „Wir können los…“

Seufzend beendete Jess den Alarm, den sie sich vorhin auf ihrem Handy gestellt hatte. Anstatt jedoch aufzustehen, ließ sie sich wieder zurücksinken, schmiegte sich an Caseys Körper, auf dem sie lag und seufzte erneut. „Ich sollte mich wieder anziehen. Aglef und Jimena werden wahrscheinlich bald aufschlagen und so will ich ihnen nicht die Tür aufmachen“, sagte sie mit einem kleinen Lächeln. Sie stützte sich mit einem Arm auf dem Bett ab und sah ihren Verlobten mit einem sehr verliebten Blick an. „Ich hoffe, du hast es nicht bereut, deine Nachmittags-Seminare ausfallen zu lassen“, bemerkte sie schmunzelnd, lehnte sich vor und gab ihm einen langen Kuss.
„Du wirst mir schrecklich fehlen“ Ihr Lächeln wurde wehmütiger, dann rutschte sie schweren Herzens von Casey herunter und stand langsam auf. „Ich glaube, ich habe mich noch nie so auf Weihnachten gefreut wie dieses Mal“ Denn, wenn alles so lief, wie sie und Victoria es erhofften, würden sie an Weihnachten wieder zurück sein. Hoffentlich.
„Versprich mir, mich anzurufen, sollte irgendetwas sein. Wenn du merkst, dir geht das Geld aus und spielst mit dem Gedanken dich zu prostituieren – dann melde dich bitte, ich werde dir umgehen etwas überweisen“, sagte sie ernst, nur um kurz darauf mit einem leisen Lachen sich ihre Unterwäsche überzustreifen.

Victoria schloss den Kofferraum, warf einen Blick durch die Heckscheibe und betrachtete die Frau, die dahinter saß. Zwar konnte sie gerade nur Phyllis Hinterkopf sehen, sie wusste aber auch so, dass die Jünger mit leerem Blick vor sich hinstarrte. Ihr Zustand hatte sich nicht gebessert, war allerdings auch nicht schlimmer geworden, soweit man das von außen beurteilen konnte. Und Äußerlichkeiten konnten täuschen. Victorias Mund war zu einer schmalen Linie verzogen, als sie ihre Hände von dem Heck des Autos löste und sich umdrehte. So wie ihr Blick auf Galon fiel, lockerte sich ihr Mund und sie lächelte ihren Ehemann an.
„Pass auf dich auf“, sagte sie, als sie an ihn herantrat und nach seiner Hand fasste. Sie drückte seine Finger leicht und lehnte sich anschließend für einen innigen, wenngleich auch nicht sonderlich langen Kuss zu ihm. Mit einem liebevollen Blick und einem warmen Lächeln sah sie ihn daraufhin an. Es war Zeit. „Ich melde mich bei dir, wenn wir angekommen sind“, sagte sie und drückte seine Hand ein letztes Mal, ehe sie sie losließ und stattdessen den Schlüssel des Wagens in die Hand nahm.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Di 26 Jul 2022 - 8:34

Die Arme vor der Brust verschränkt lehnte Aglef am Türrahmen und sah Jimena dabei zu, wie sie ihre Sachen packte. Er tat das richtige, sagte er sich immer wieder. Es war das einzige richtige, sie gehen zu lassen. Ohne ihn würde sie wieder leben können. Es kostete ihn trotzdem jedes Fünkchen Kraft, dass er finden konnte, sie nicht davon abzuhalten ihre Dinge aus seinem Leben zu räumen. Seine Finger krallten sich in seine Ellenbogen, dann zwang er sich dazu sie wieder zu entspannen. Jimena sollte nicht das Gefühl bekommen, dass sie verpflichtet wäre zu bleiben. Er kam ohne sie klar. Davon musste er sie überzeugen. Als sie sich ihm zuwandte und ihn so verletzlich ansah, wäre er fast schwach geworden. Eher ausdruckslos erwiedert er ihren Blick, bis sie die Augen wieder sinken ließ. So schnell war sie fertig geworden und sie würden sich trennen. Das Richtige. Stumm nickte er und stieß sich vom Türrahmen ab. Es brachte nichts, wenn sie es weiter hinaus zögerten. Die anderen würden nicht ewig warten und er konnte sie nicht behalten. Nicht wenn er wollte, dass es ihr gut ging. In eher angespannten Schweigen zogen sie sich an, wobei Aglef sich eine kleine Schwäche erlaubte. Er halt ihr in ihre Jacke und ließ seine Hände kurz auf ihren Schultern liegen, ehe die Tür öffnete und sie sich auf den Weg zur Wohnung seines Bruders und seiner kürzlich gewordenen Verlobten machten.

Der Wecker klingelte viel zu früh. Und doch irgendwie nicht früh genug. Es waren die letzten Stunden auf eine lange Zeit gewesen, die sie beide gemeinsam hatten. Und doch hatte Casey das eine oder andere Mal nicht gewusst, ob er es tatsächlich durchstehen würde. Aber jede Sekunde war es wert gewesen. Vor allem ein paar ausgefallene Kurse. Mit einem atemlosen und recht kraftlosen Lachen antwortete er seiner Verlobten. Casey hob die Hand um sie an Jess Wange zu legen, während er sie sehr warm ansah. "Selbst wenn du mir das Wörterbuch vorgelesen hättest, wäre es die Zeit wert gewesen", sagte er ebenso einfach wie ehrlich. Der Kuss entschädigte ihn für vieles, auch wenn er ein wenig Sorge davor hatte, was darauf vielleicht folgen würde. Aber Jess blieb vernünftig. Ihre Zeit wurde auch wirklich knapp und auch Casey wollte nicht mit seiner Verlobten im Bett von seinem Bruder erwischt werden. Trotzdem seufzte er bedauernd. Eine letzte Runde hätte ihn vermutlich doch umgebracht, aber was für ein Tod das gewesen wäre! Langsam und ein wenig verspannt setzte Casey sich auf, während Jess aus dem Bett schlüpfte. "Du mir auch", brachte er raus, bevor noch ein belustiges prusten seine Worte unterbrach. "Sollten das nicht meine Worte sein? Immerhin ziehst du junges Hühnchen in die große, weite, wilde Welt hinaus und lässt mich armen, alten Mann hier zurück um sich zu langweilen." Aber in einem Punkt konnte er Jess nur zustimmen. Weihnachten konnte gar nicht früh genug kommen.

Es war kein Abschied wie sonst. Sie würde nicht gehen und erst in Jahrzehnten wieder zurück kommen. Es war anders als damals. Aber seit dem Putschversuch hatte Galon einfach mehr Angst davor seine Frau zu verlieren. Sie hatte einen guten Grund zu gehen und er stand voll hinter ihrer Entscheidung. Phyllis und auch Jimena eine Möglichkeit zu geben sich wieder zu fangen, waren sehr gute Gründe. Aber es kostete ihn auch - auf Zeit - zwei seiner vertrauenswürdigsten Leute. Und natürlich seine engste Vertraute, seine Gebliebte. Aber er war nicht so alt geworden und hatte Victorias Interesse halten können, weil er nicht tun konnte, was die Situation verlangte. Also lächelte er, küsste seine Frau zum Abschied versprechend, und ließ sie gehen, als sie den Autoschlüssel aus der Tasche holte. "Danke. Und pass du auch auf dich auf. Ich weiß gar nicht wer von uns jetzt gerade den verrückteren Haufen hüten muss", antwortete er ihr mit einem warmen Lächeln.
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Beitrag von Robyn Mi 27 Jul 2022 - 8:27

„Wie war das? Junges Hühnchen? Ich muss doch sehr bitten“, entgegnete Jess gespielt empört und kehrte an das Bett zurück, nur um Casey zu knuffen. „So jung bin ich auch nicht mehr. Im Vergleich zu den anderen. Nicht zu dir. Im Vergleich zu dir sind alle Küken, alter Mann“, raunte sie und war versucht, ihn noch einmal zu küssen. Und ihn wieder zurück in die Kissen zu drücken, sich auf ihn zu setzen und… Seufzend lehnte sie sich wieder zurück und zog stattdessen ihre Jeans an. Besser, sie ließ sich nicht gehen. Vermutlich würde ihr Verlobter morgen ohnehin Muskelkater haben… Etwas, das ihn an sie erinnern würde. Jess schmunzelte, während sie ihr Oberteil überstreifte.
„Oh. Im Übrigen. Was heißt hier eigentlich ‚armer‘ Mann, hm? Du hast schließlich eine dich liebende Verlobte. Blond, umwerfend-“, sie zeichnete ihre Silhouette nach, „ehrgeizig und ihrem Verlobten absolut verfallen. Ich finde, da kann man nicht meckern. Und finanziell arm bist du schon gar nicht“, warf sie ein, schenkte ihm einen langen Blick und schlüpfte in ein paar Socken.
„Kommst du in die Küche, nachdem du dir etwas angezogen hast? Ich mache mir schnell noch was warm.“

Victoria lachte trocken und tätschelte die Schulter ihres Mannes. „Muss ich dich daran erinnern, dass du dich um Damion kümmern musst? Und vielleicht bleibt Aglef noch ein wenig in der Stadt. Womit ganz klar du den verrückteren Haufen um dich hast als ich“, sagte sie und lächelte ihn erst mitleidig, dann doch zunehmend amüsierter an. „Ich werde allerdings dennoch auf mich aufpassen, keine Sorge. Ich melde mich bei dir, sobald wir angekommen sind.“ Sie trat an die Fahrertür, öffnete diese und sah mit einem warmen Blick noch einmal zu Galon zurück. „Bis bald“, sagte sie und meinte eigentlich ‚Ich liebe dich‘. Ein letztes, warmes Lächeln, dann stieg sie ein, schloss die Tür und schob den Schlüssel ins Zündschloss. Über den Rückspiegel warf sie Phyllis einen Blick zu. „Du solltest dich anschnallen. Der Londoner Straßenverkehr kann auch noch um diese Uhrzeit vollkommen verrückt sein“, sagte sie an die Jüngere gewandt und startete den Motor.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Fr 29 Jul 2022 - 8:08

Ihr Blick heizte ihm ziemlich ein, es war fast ein Schock, als sie sich wieder ihren Kleidern zuwandte und nichts weiter passierte. Es half, dass sie danach wieder bekleidet war und er sich nicht von ihrem Anblick von ihren Worten ablenken lassen konnte. "Genau. Ich bin ziemlich arm dran. Meine Verlobte ist nicht nur ehrgeizig, sondern auch eine Schwarze Witwe. Daher steht sie finanziell so gut da", antwortete Casey scherzhaft. Dafür würde er bestimmt büßen, aber trotzdem scherzte er einfach viel zu gerne mit ihr herum. Und er würde es in der nächsten Zeit nicht mehr können. Als sie fragte, ob er mit in die Küche kommen würde, seufzte er sehr leise. Eigentlich könnte er direkt einschlafen, aber er würde sie garantiert nicht einfach so fahren lassen. Also stand er auf und suchte nach seinen eigenen Klamotten auf dem Boden. "Sicher. Ich bin gleich da. So einfach wirst du mich wirklich nicht los", sagte er und unterdrückte dann ein Gähnen. Schlafen konnte er noch, wenn Jess weg war.
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Beitrag von Robyn Sa 30 Jul 2022 - 7:57

„Ach, nein? Wie war das eben noch?“ Jess war am Türrahmen stehen geblieben und wandte sich mit grüblerischer Miene zu ihm um. „Schwarze Witwe?“ Sie tippte sich mit einem Finger ans Kinn. „So einfach wirst du mich wirklich nicht los- Klingt in meinen Ohren nach einem perfekten, letzten Satz für dich, findest du nicht? Alternativ würde sich auch ‚Nein, das würde sie nie tun‘ eignen“, sagte sie und lächelte verschmitzt. „Schatz, soll ich dir etwas zu Essen machen?“, fragte sie, lachte leise und verschwand kurz darauf in der Küche. Mit einem Lächeln im Gesicht holte sie aus dem Kühlschrank einen Beutel heraus und legte ihn routiniert in die Mikrowelle. Während die Maschine das Blut aufwärmte, wandte sich Jess um und ließ ihren Blick durch die Küche schweifen. Nun wurde ihr das Herz doch schwer… Sie würde Casey vermissen. Die Zeit hatte gezeigt, dass nie etwas Gutes passiert war, während sie getrennt waren… Sie hoffte sehr, dass es dieses Mal nicht so sein würde. Seufzend fuhr sich Jess durch das Haar und holte ein Glas heraus, in dass sie das Blut füllen würde.

Das Haus, in dem Casey und Jess wohnten, kam in Sichtweite. Jimenas Schritte wurden langsamer und schließlich blieb sie stehen. Ihr Blick war auf die Fassade des Hauses gerichtet, während sie auf ihrer Unterlippe kaute. Als Aglef zu ihr trat, wandte sie den Blick ab und sah ihn an. Den Weg über hatten sie sich angeschwiegen, dabei gab es da durchaus noch etwas, dass ihr auf dem Herzen lag und das sie ihm lieber sagte, wenn Aglefs Bruder nicht dabei war.
Sie streckte ihre Hand vorsichtig nach seiner aus und fädelte dann einen Finger nach dem anderen in seine ein. „Wir… wir werden in Kontakt bleiben. Richtig? Wir müssen nicht telefonieren. Ich weiß ja, dass du das nicht so gerne magst. Aber wir könnten doch schreiben. Ja? Ich… Wenn ich nichts von dir höre, würde ich mir nur Sorgen um dich machen…“, sagte sie und sah ihn flehend an.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Sa 30 Jul 2022 - 8:50

Okay, das hatte er verdient. Leise lachend stieg Casey aus dem Bett und war froh, dass Jess schon weg war. Er hatte das Gefühl genauso alt zu sein, wie er war. Ein Glück konnte Jess ihn nicht sehen, sonst würde sie sich nur wieder schuldig fühlen oder schlimmer noch, wieder Enthaltsamkeit verordnen. Wobei er das ganz unfreiwillig wohl in nächster Zeit trotzdem sein würde. Nur hatte Jess dann wenigstens keinen Grund es auch zu bleiben, wenn sie wieder da war.
Etwas erleichtert stellte er fest, dass Jess ihm nichts zu essen gemacht hatte. Was nicht daran lag, dass er wirklich glaubte sie würde sein Essen vergiften. Aber ihm war gerade wirklich nach Essen, nach der ganzen Anstrengung. Außerdem hatten sie nicht wirklich genug Zeit, bis die anderen kommen würden. "Hast du wirklich alles eingepackt?", fragte er, während er sich an den Tisch setzte und seiner Verlobten zulächelte.

Sie waren viel zu schnell da. Innerlich seufzte Aglef und wünschte sich, er hätte mehr Zeit mit Jimena gehabt. Aber dann hätte er wohl auch nur mehr Zeit gehabt sie zu Grunde zu richten. Er merkte erst einige Schritte später, dass Jimena stehen geblieben war. Verwundert wandte er sich zu ihr um und trat wieder zu ihr. Er ließ es zu, dass sie ihre Finger verschränkte und prägte sich das Gefühl gut ein. Wer wusste, ob er ihr je wieder so nahe kommen würde. Mit einem bedauernden Blick auf ihre Hände korrigierte er seine Gedanken gleich selbst: Wenn es lief, wie er es plante, würde er ihr nie wieder zu nahe kommen. Als hätte sie seine Gedanken gelesen, sprach sie das Thema auch schon an. Schulbewusst zuckte er zusammen und hätte fast seine Hand aus ihrer gezogen. Aber dann hätte sie gewusst was er dachte und würde nicht fahren, nicht wahr? Er musste also tun als ob alles in Ordnung war. Aber sie anlügen wollte er auch nicht. Er war hin und her gerissen dazwischen das Richtige für sie zu tun und dem, was er gerne wollte. Nach einem ewigen Moment nickte er geschlagen. Sicher. Schreiben. Eine Weile konnte er ihr sicher Nachrichten zukommen lassen, dann würde sie sicherlich auch nicht auf die Idee kommen ihn zu suchen. Er musste dann eben einen Weg finden den Nachrichtenaustausch irgendwie abzubrechen, bevor sie wieder zurück kam. Falls sie es dann noch wollte. "Natürlich", fügte er leise hinzu und schenkte ihr ein zumindest halbweg überzeugendes Lächeln.
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Beitrag von Robyn So 31 Jul 2022 - 6:20

Jess stellte ihr Glas ab, streckte ihre Hand aus und fuhr mit ihrem Zeigefinger Caseys Kinnlinie entlang. „Ja, Daddy, habe ich“, antwortete sie und lehnte sich mit einem Schlafzimmerblick ein wenig in seine Richtung. „Alles gepackt. Bekomme ich dafür nun eine Belohnung?“, fragte sie, zog ihre Hand wieder zurück und schmunzelte. „Wobei wir wohl kaum noch Zeit für eine Belohnung haben. Welch ein Jammer. Aber für deine menschliche Kondition vermutlich besser. Nicht, dass du es morgen nicht mehr aus dem Bett schaffst“, sagte sie amüsiert, lehnte sich wieder zurück und hob ihr Glas an ihre Lippen an. Sie nahm ein, zwei Schlucke und ließ das Glas anschließend wieder etwas sinken. In ihrem Kopf knüpfte sie an ihre vorherigen Gedanken an – an die leise Sorge, die sie um Casey hatte, wie immer, wenn sie ihn für längere Zeit (unfreiwillig) aus den Augen ließ. Obendrein waren sie vor wenigen Jahren in genau der gleichen Zeit wie jetzt getrennt gewesen. Damals hatte Jess mit Hector den Anhängerinnen von Brida hinterhergejagt… und als sie um Weihnachten heimkehrte, hatte sie Francesca mit Casey vorgefunden. Und einen Tag später hatte sie ihm seine Erinnerungen genommen und mit Damion geschlafen… Nein, das war definitiv nicht ihr bestes Jahr gewesen. Jess rümpfte kurz die Nase und trank anschließend ihr Glas leer.

Misstrauisch musterte Jimena den Älteren. Für seine knappe Antwort hatte er ganz schön lange gebraucht. Sie fragte sich, warum? War es zu viel verlangt? War sie… war sie ihm eine Last? Nein. Sie erinnerte sich an ihr gestriges Gespräch, in dem Aglef davon überzeugt gewesen, nicht gut für sie zu sein. Dabei hatte er keinerlei Recht so etwas zu denken – sie entschied, was gut für sie war und was nicht! Und Aglef tat ihr gut. Er war ihr Halt gewesen, den sie nun loslassen musste. Temporär. Sie wollte zu ihm zurück, so wie es ihr besser ging. Jimena drückte seine Hand, sah ihn dabei jedoch mit einem leicht strengen sowie ernsten Blick an. „Ich hoffe, dir ist klar, dass ich dich umbringe, solltest du einfach das Weite suchen und verschwinden. Ich gebe dir mein Wort, dass ich dich suchen werde. Und verdammt noch eins, ich werde deinen gottlosen Hintern finden, ganz egal wie viele Jahre oder Jahrzehnte es mich kosten wird! Ich will-!“, sie stoppte kurz, schluckte und senkte den Blick. „Ich will mit dir zusammen sein. Ich will… dich.“

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Beitrag von Schreibsel-Chi So 31 Jul 2022 - 8:02

Casey zuckte etwas unangenehm zusammen bei Jess Bezeichnung für ihn. Dabei hatte er das wohl verdient. Die Frage hatte er in den letzten Tagen wohl etwas häufig gestellt. "Ich denke, du hast tatsächlich genug Belohnungen gehabt", antwortete er mit einem verschmitzten Lächeln. "Die nächste gibt es, wenn du wieder zurück bist. Natürlich nur, wenn du erfolgreich warst." Was ein Scherz war. Er würde ihr jeden Wunsch erfüllen, wenn sie nur zurück kam. Während er noch lächelte, merkte er, wie ihre Stimmung sich änderte. Ziemlich radikal sogar. Aber er war sich nicht sicher was genau den Wechsel verursacht hatte. Als Jess die Stimmung nicht so schnell abschüttelte, legte er seine Hand auf ihre. "Hey. Was ist es? Der Scherz über die Belohnung? Das war nicht ernst gemeint, das weißt du doch."

Der Händedruck und der Blick ließen schon nichts gutes erahnen. Da kam ihre Drohung eigentlich nicht überraschend. Aber Aglef zuckte trotzdem zusammen. Hatte sie ihn durchschaut oder nur gut geraten? Er konnte sich nicht sicher sein und konnte sie aber auch nicht anlügen. Er konnte ihr nicht sagen, dass er da sein würde, wenn sie wieder kam und dann verschwinden. Ihr Geständnis nahm ihm auch allen Wind aus den Segeln. Mit leicht geöffneten Mund sah er sie verwirrt an. Nach allem was er ihr angetan hatte, wollte sie ihn immer noch haben? Das Gefühl, dass ihre Worte in ihm auslösten, waren definitiv nicht hilfreich. Er wollte sie alleine lassen damit es ihr besser ging, und jetzt machte sie ihm Hoffnung auf ein danach. Dass es vielleicht doch funktionieren konnte. Dabei hatten sie das am Anfang doch auch gedacht und waren hier gelandet. Unentschlossen sah er sie an, wie sie seinen Blick mied und ein Teil in ihm brach einfach. "Ich werde da sein", versprach er leise, auch wenn er wusste, dass es ein Fehler war. "Wenn du wieder kommst, werde ich hier sein." Mit einem Lächeln, dass er nicht fühlte, legte er seine Hand an Jimenas Wange und hob ihren Kopf. "Keine so drastischen Maßnahmen, also."
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Beitrag von Robyn Di 2 Aug 2022 - 7:56

Jimena sah zu ihm auf, als er ihr Gesicht mit seiner Hand anhob. Ein kleines, erleichtertes Lächeln ließ ihre Mundwinkel nach oben zucken, ehe sie nickte. „In Ordnung.“ Sie lehnte ihre Wange ein wenig mehr in seine Berührung und spürte ein schmerzliches Ziehen in der Brust. Die Vorstellung, ihn für eine Weile nicht zu sehen, nachdem sie nun schon seit – wie lange eigentlich? – drei, vier Jahre unaufhörlich an der Seite des jeweils anderen waren, war einfach beängstigend. Und traurig.
Sie würde ihn schrecklich vermissen. Und er sie vermutlich auch… Jimena biss sich auf die Unterlippe und hoffte, er würde ohne sie irgendwie Schlaf finden…
„Du musst auf dich aufpassen“, sagte sie, legte ihre Hand an seine und sah ihn bittend an. „Ich versuche wieder gesund zu werden und im Gegenzug passt du auf dich auf. Keine Dummheiten. Keine Risikos oder halsbrecherische Aktionen. In Ordnung?“, fragte sie und sah ihn von unten an.

Ein, zwei Minuten später hielt ein schwarzer Wagen hinter dem Pärchen. Victoria ließ die Scheibe der Fahrertür herunter, lehnte sich ein wenig heraus und winkte den beiden. „Könntet ihr Jess holen? Ich möchte den Wagen nur ungern verlassen…“, sagte sie und warf dabei einen bedeutungsvollen Blick in Richtung Rückbank. „Nur um sicher zu sehen, dass hier niemand versucht abzuhauen…“ Phyllis war zwar während der Fahrt ruhig und wirkte eher apathisch, aber das konnte auch nur Show sein. Victoria wollte es lieber nicht riskieren…

Jess zog kurz eine Schnute, nickte dann aber kurz darauf einverstanden. Immerhin klang sein Angebot fair. Und sie würde sich sehr auf ihre Heimkehr freuen – mit oder ohne Belohnung von seitens Casey. „Du kennst mich. Nicht-erfolgreich-sein ist nie eine Option“, antwortete Jess mit einem schiefen Lächeln und strich sich eine Strähne hinters Ohr, ehe sie den anderen Gedanken nachging. Aus diesen fand sie erst wieder hinaus, als Casey seine Hand auf ihre legte. Jess blinzelte kurz verwirrt, schnaubte anschließend und schüttelte den Kopf. „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Das weiß ich. Es ist… Es ist die Jahreszeit. Der… Monat. Und unschöne Erinnerungen…“, sagte sie, mit einem Mal ernst und schuldbewusst. Sie bereute sehr, was sie damals getan hatte… Und das würde sie gewiss bis an ihr Lebensende tun.

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Beitrag von Schreibsel-Chi Mi 3 Aug 2022 - 7:50

Er hatte sie beruhigt. Leider musste er seine Pläne jetzt auch umspinnen. Einfach verschwinden war wirklich nicht drin. Aber vielleicht merkte sie ja auch von selbst, wie wenig er ihr gut getan hatte. Aglefs Mut sank. Er wollte nicht, dass sie ihre hohe Meinung von ihm verlor. Aber wenn nötig, würde er eben auch diese Opfern. Mit einem verwunderten Blinzeln hörte er ihrer Warnung zu und hätte fast gelacht. "Dummheiten? Wann bin ich denn schon Waghalsig", fragte er zurück und ließ dann seine Hand wieder sinken, um ihre zu nehmen. Sie standen schon zu lange hier und sollten sich wieder auf den Weg machen. Als wäre das ein Stichwort gewesen, hielt ein Auto neben ihnen und Victoria lehnte sich zum Fenster hinaus. Auf ihre Worte sah er kurz zu Jimena und nickte dann. Er würde die beiden holen, dann konnte seine Freundin ihre Tasche schon verstauen.

Es dauerte einen kleinen Moment, bis Casey verstand was sie meinte. Sein Gesichtsausdruck wurde kurz finster. Ja, die Episode mit seinem Ausflug in das Vergessen war sicher nicht die beste Erinnerung, die er hatte. Die konnte Jess ruhig leid tun. Aber er wollte auch nicht, dass sie sich deswegen deprimierte. "He, Kopf hoch. Du musst zwei deprimierte Frauen aufheitern, das schaffst du nicht, wenn du den Kopf unter die Bettdecke steckst", sagte er, als es auch schon ander Tür klingelte. "Das werden sie wohl sein. Setz dein Lächeln auf, sonst lassen sie dich noch hier." An der Tür blieb er stehen und wandte sich mit einem schelmischen Lächeln wieder um. "Wenn ich es mir recht überlege: Lass das mit dem Lächeln, dann kannst du hier bleiben."
Es klingelte wieder, was Casey dazu zwang endlich an die Tür zu gehen. Es wunderte ihn dann auch nicht, als sein Bruder auftauchte. "Hey. Wie geht's? Bist du alleine?", fragte er, als hinter Aglef keine Jimena auftauchte. Sein Bruder schüttelte den Kopf und brauchte eine Weile, bis er tatsächlich doch etwas verbal hinzu fügte: "Sie packt ihre Tasche schon in den Wagen. Seid ihr fertig?" Während Casey nickte, seufzte er innerlich schwer. Nicht nur Jess würde Leute aufmuntern müssen. Er hatte sich schon gefragt wie es Aglef damit wohl gehen würde und wie es aussah würde er recht behalten: Schlecht würde es ihm damit gehen.
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