Sollte man über Persönliches schreiben?

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Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Gast am So 28 Jun 2009 - 18:05

Sry, wenn's hier fehl am Platz ist. Ich wusste nicht wohin damit.

Also, hier haben ja schon einige User kritisiert, dass hier vielzuviele sehr persönliche Erlebnisse als Geschichten niederschreiben.

Wie schon in der Überschrift erwähnt, wollte ich euch nun fragen, ob ihr hierbei sagt, dass eigene Erlebnisse und das Schreiben grundsätzlich getrennt voneinander sein müssen und man eher distanziertere/objektivere Themen behandeln sollte.

Oder ob ihr meint, man müsse auf jeden Fall über Persönliches schreiben, da dadurch erst die Texte an Leben gewinnen und Menschen mit ihrem Gefühl und ihrer Nähe beeindrucken können.


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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Neverman am So 28 Jun 2009 - 19:26

In diversen Ratgebern steht, dass man nie über persönliches schreiben sollte.
Aber als Verarbeitung von bestimmten Themen kann das bestimmt hilfreich sein. Ob man das nun den anderen zeigen möchte, oder nicht, liegt bei jedem selbst.
Es wird natürlich schwer mit dem kritisieren, da es eben eine persönliche Angelegenheit ist, aber man kann auch so schreiben, dass nicht sofort ersichtlich wird, dass es etwas privates ist.

Und letztendlich ist es so, dass man seine ganze Erfahrung unbewusst in das Geschriebene einbindet, erlebte Emotionen, Erfahrungen, Erkenntnisse, und so weiter, daher ist ein Text IMMER persönlich.
Es ist ja so, dass man nur gut über etwas schreiben kann, was man persönlich auch erlebt hat. Jemand, der nicht weiß, wie eine Kuh aussieht, kann sie auch nicht beschreiben.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
Niemand wird dich hier verurteilen, wenn du etwas sehr persönliches reinstellst. Du solltest aber bedenken, dass das hier das Internet ist und man dir daraus leicht einen Strick drehen kann.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von USS Nelame am So 28 Jun 2009 - 20:41

Also, jetzt ganz ehrlich - das einzige, was ich überhaupt schreiben kann, sind persönliche Dinge. Würde ich nicht mindestens einen Teil meiner Persönlichkeit mit ins Spiel bringen, würde ich nicht schreiben.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Faraday am So 28 Jun 2009 - 22:48

Ich verschieb das mal in "Rund ums Schreiben"

Zum Thema: Es kommt drauf an, wofür und warum man schreibt. Daran muss man messen, wieviel Persönliches in den Text passt.

Wenn man schreibt, um Erlebnisse zu verarbeiten, dann ist das natürlich sehr persönlich. Aber dann sollte man sich auch gut überlegen, ob man das öffentlich macht und der Kritik preis gibt, die hier vllt verletzend sein kann.

Wenn man einen Roman zur allgemeinen Unterhaltung schreibt sollte meiner Meinung nach nicht zu viel biographisches rein. Jedenfalls versuche ich immer zu vermeiden, dass meine Charaktere keinen (oder zumindest nicht erkennbar) realen Personen gleichen.

Man sollte biographische Texte immer von fiktiven trennen und nicht mischen, das ist meine Meinung.

Dass man im Kleineren auch immer persönliche Erfahrungen reinbringt, ist logisch. Wie Neverman schon sagte, kann man nur beschreiben, was man kennt. Aber ich denke, hier geht es nicht um biograpische Details.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Gast am Sa 4 Jul 2009 - 23:43

Ich sehe das ähnlich: rein autobiographische Texte sind selten zu empfehlen. Man kann das machen, wenn man etwas zu erzählen hat, was ungewöhnlich, interessant oder sonst wie erzählenwert ist. Aber da muss man genau schauen, was man mit dem Text erreichen will, und differenzieren, ob man den Text für sich oder für einen Leser schreibt.
Ich weiß, es klingt immer etwas hartherzig, aber es gibt gerade im Internet so viele Texte, die davon handeln, dass es dem Autor furchtbar, furchtbar, furchtbar, furchtbar schlecht geht oder dass ihm irgendetwas Banales, nur für die Beteiligten Verstehbares passiert ist, oder seitenlange Beschreibungen davon, was er zum Frühstück gegessen hat - kann man machen, kann man aber auch für sich behalten.

Von einem Text über persönliche Begebenheiten erwarte ich Selbstreflexion. Ist das gegeben, kann eine solche Geschichte schon sehr interessant sein, wenn es eben gegeben ist, dass etwas Erzählenwertes erzählt wird oder dass etwas auf eine erzählenswerte Weise erzählt wird. Zwinkern
Will der Text aber nur Mitleid erregen und jeder Versuch eine Textkritik wird mit dem Argument, man könne das nicht nachvollziehen, weil man selbst ja nie ein so furchtbar, furchtbar, furchtbar schlimmes Leben hatte oder das ganze durch "Authenzität" gerechtfertigt wird, dann kann ich mir auch sparen, das zu lesen, weil's sowieso nie geschrieben wurde, um wirklich gelesen zu werden.
Allerdings gilt das natürlich auch für Texte, die ein Thema haben, von dem der Autor keinerlei Ahnung oder in dem er keine Erfahrung hat.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Lally am Mi 19 Aug 2009 - 20:52

Ich krempel die Frage zu Anfang einfach mal ein kleines bisschen um...

Meiner Meinung nach sollte niemand über etwas schreiben was nicht in irgendeiner Weise persöhnlich ist. Denn wenn nicht irgendwo ein Teil des Autors eingeflochten ist, so ist der Text unpersöhnlich und erreicht den Leser nicht. Besonders schlimm finde ich so etwas bei wirklich ernsten Themen. Nehmen wir mal ein ziemlich oft aufgegriffenes Thema: Vergewaltigungsopfer.
Wird ein Text dazu verfasst der einfach so aus einer Laune heraus endstand ohne wirkliche Recherche, ohne das der Autor auch nur ein kleines bisschen die Ahnung davon hat wie es der Hauptperson der Geschichte gehen könnte, so wird es ins lächerliche gezogen. Der Autor hat eine Geschichte geschaffen die das Thema eher zu verharmlosen und hat es nicht mit der Ernsthaftigkeit behandelt die es verdient hat. Gute Recherche gehört zu einer Geschichte genauso dazu wie der Prozess des Schreibens selbst. Denn ich glaube, recherchiert man auch nur gut genug, so wird das Thema irgendwann zu etwas persöhnlichem, weil man sich damit befasst hat.
Natürlich gilt das jetzt nicht nur für solche ernsten Themen, sondern für alles.
Beschreibt man zum Beispiel den Duft von Sonnencreme und weiß überhaupt gar nicht mehr wie Sonnencreme eigentlich riecht und schreibt einfach "salzig" so ist das furchtbar finde ich. Weiß man nicht mehr wie etwas aussieht, riecht, schmeckt, etc. so sollte man solche Stellen noch einmal überdenken.
Sonnencreme hat meiner Meinung nach oft einen ganz zarten Duft von Lavendel. Das ist jedoch nur die Art und Weise wie ich den Duft der Sonnencreme beschreiben würde und schon finde ich ist es irgendwie persöhnlich, weil es meine Empfindung des ganzen ist.
Letzendlcih besteht ein Text doch nur aus unserer Phantasie, welche irgendwie in Erinnerungen ihren Ursprung findet.
Natürlich denke ich mir eine Lichtung mit einem Brunnen in der Mitte selbst aus. Doch irgendwo habe ich bestimmt schon mal einen ähnlichen Brunnen gesehen, einen ähnlichen Eimer der daneben liegt...
Allerding war das jetzt nicht unbedingt die Frage glaube ich...

Ich denke man sollte über etwas Persöhnliches schreiben, wenn man dazu in der Lage ist das Erlebnis mit anderen zu teilen, man lässt sie ja schließlich an einem Geschehen aus der eigenen Erinnerung teilhaben. Womöglich ist es besser vorher alles einfach nur für sich selbst zu schreiben, jedenfalls dann, wenn es wirlich etwas ist was einen belastet. Mir persöhnlich hilft es mir Dinge "vom Herzen zu schreiben". Jedoch würde ich nie das Buch in dem alle Erlebnisse stehen irgendwie der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Es wäre einfach mein intimstes Ich was dann dort vor allen bloß gestellt würde und keiner würde es so ernst nehmen, wie es mir in dem Augenblick ernst war.
Schreibt man ein persöhnliches Erlebnis auf und zeigt es anderen um Kritik zu bekommen, so sollte man vorher wirklich überlegen ob man dazu auch in der Lage ist.

So ich glaube ich habe jetzt teilweise das wiederholt was andere bereits vor mir gesagt haben, aber irgendwie wollte ich meine Meinung noch einmal komplett kund tun und nicht nur bröckelhaft ^^

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Nafn am Mi 19 Aug 2009 - 23:43

Lally schrieb:Meiner Meinung nach sollte niemand über etwas schreiben was nicht in irgendeiner Weise persöhnlich ist. Denn wenn nicht irgendwo ein Teil des Autors eingeflochten ist, so ist der Text unpersöhnlich und erreicht den Leser nicht. Besonders schlimm finde ich so etwas bei wirklich ernsten Themen. Nehmen wir mal ein ziemlich oft aufgegriffenes Thema: Vergewaltigungsopfer.
Wird ein Text dazu verfasst der einfach so aus einer Laune heraus endstand ohne wirkliche Recherche, ohne das der Autor auch nur ein kleines bisschen die Ahnung davon hat wie es der Hauptperson der Geschichte gehen könnte, so wird es ins lächerliche gezogen. Der Autor hat eine Geschichte geschaffen die das Thema eher zu verharmlosen und hat es nicht mit der Ernsthaftigkeit behandelt die es verdient hat. Gute Recherche gehört zu einer Geschichte genauso dazu wie der Prozess des Schreibens selbst. Denn ich glaube, recherchiert man auch nur gut genug, so wird das Thema irgendwann zu etwas persöhnlichem, weil man sich damit befasst hat.
In wie weit muss sich ein Autor denn mit einer Thematik befassen, damit sie in deiner Ansicht persönlich, nach deiner Interpretation gleichbedeutend mit gelungen, wird? Selbst erleben? Erfahrungsberichte einholen? Oder genügt dir schon ein frei einschätzbares Maß an Empathie und Phantasie?

Je nachdem, wie man es definiert, schreibe ich komplett unpersönlich. Eigene Erlebnisse und Erfahrungen sind bei mir nie ein Kernthema. Auch kann ich nicht sagen, dass ich jemals für eine Geschichte tiefgründig recherchiert hätte. Sind meine Werke entsprechend verharmlosend, wird die Thematik ins Lächerliche gezogen?

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Lally am Do 20 Aug 2009 - 12:41

Ich denke man kann von vornherein sagen das jemand der etwas nicht selbst erlebt hat nicht mit einer Person gleichgesetz werden kann die aus Erfahrung spricht. So weiß jemand mit Erinnerung doch viel mehr wie man sich in solch einer Situation fühlt und kann sich schneller wieder in einen Charakter "einfühlen". Wie lange man sich mti der Thematik befassen muss? Ich glaube das sollte doch eigentlich dann jeder selber wissen wann er soweit ist sich hinzusetzen und alles niederzuschreiben. Man merkt doch wenn man noch nicht all das beisammen hat um eine gelungene Geschichte zu schreiben. Doch wenn man etwas nur mal flüchtig gehört hat und gar nicht mehr weiß als diese Einsatzinformation, dann sollte es doch drin sein sich mal kurz hinzusetzen und sich genauer damit befassen bevor man das winzige Etwas in eine Geschichte einbaut.
Natürlich meinte ich nicht das wenn man beispielsweise über einen netten Grillabend mit Freunden schreibt davor ordentlich recherchieren muss. Beispielsweise wie eine Grillhütte gebaut wird oder was weiß cih was. Das wäre ja totaler Blödsinn.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Fay am Do 20 Aug 2009 - 13:16

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Lally am Do 20 Aug 2009 - 13:46


Zum Thema Vergewaltigungsopfer -
glaubst du allen Ernstes, dass einem Vergewaltigungsopfer (z.B.) - der Sinn danach steht, zu bescheiben? Was erlebt wurde? Ich denke, die meisten Vergewaltigungsopfer schweigen über solches, und zu gutem Recht.
Wenn die ein oder andere Phoolan Devi z.B sich an die Front der Öffenlichkeit zu kämpfen vermag, um so besser..aber das sind wohl eher die Ausnahmen.


Vergewaltigungsopfer war lediglich ein Beispiel, genauso gut könnte es um den Tod eines Großvaters gehen, den Verlust des linken Beines, die psychische Erkankung der Mutter oder die Demenz der Großtante. All das sind Themen die irgendwann mal irgendwo aufgegriffen werden und ich denke schreibt man einfach etwas auf ohne sich wirklich über die Ernsthaftigkeit des Themas bewusst zu sein und eine Person die so etwas schon erlebt hat ließt es dann, so ist es denke ich erst mal kränken für die Person selbst und dann fühlt man sich lächerlich gemacht. Das wollte ich damit sagen und ich denke das sollte man verhindern, indem man sich vorher wirklich mit etwas befasst.

Ich bin einfach der Meinung das man bevor man schreibt sich dessen sicher sein sollte was man schreibt und nicht im Endeffekt das Geschriebene auf etwas aufgebaut hat was noch nicht mal wirklich der Wahrheit entspricht.

Sage ich zu dir "Mein Tag war heute wunderschön" so kannst du dich doch auch nicht hinsetzen und mir eine Geschichte darüber schreiben was ich den ganzen Tag denn gemacht habe. Du weißt ja gar nicht wie ich wunderschön definiere, wo ich war und was ich getan habe.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Nafn am Do 20 Aug 2009 - 18:00

Natürlich kann sie über deinen wunderschönen Tag schreiben und eventuell gelingt ihr das in einer für den Leser viel ansprechenderen oder unterhaltsameren Art und Weise. Die Handlung mag nicht genau deinem Tagesablauf entsprechen, aber es geht hier ja auch um Fiktion und nicht um Non-Fiktion.

Abgesehen davon liegt Wahrheit oft auch im Auge des Betrachters und das Empfinden von Erlebtem ist subjektiv und entsprechend von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von tuana am Do 20 Aug 2009 - 23:52

Ich finde, über Persönliches ist okay - in einem gewissen Maße. Wenn ich mir so meine Kapitel durchlese, merke ich, dass Anea (meine Prota) Ähnlichkeit mit mir hat. Sie ist anders, zugegeben ein bisschen eine Außenseiterin, ruhig, manchmal träumerisch, sie liebt Bio und liest gerne. Selbst äußerlich: recht groß, blass und etwas zu dünn. glücklich
Naja, ich finde das aber noch okay, macht sie mir sympathisch, es war nicht mal Absicht. Etwas persönliches, vielleicht eine Erinnerung bringt man eigentlich fast immer ein. Zum Beispiel faszinieren mich Wölfe, ihre Klugheit, ihr soziales, sanftes Wesen und ihre so unpassende, grausame Geschichte, denn es gibt keine fürsorglichere Mutter als eine Wölfin (und ihr Rudel!).
Auch bei anderen Geschichten stören mich kleine Persönlichkeiten nicht, bloß wenn es ein niedergeschriebenes, emotionales Erlebnis ist, ist es schwer. Wie soll man das bewerten, das kritisieren? Ich denke nicht, dass das geht.
Aber ich selbst habe nie das Bedürfnis verspürt, Erlebtes mit Schreiben zu verarbeiten. Ich gehe an sowas mit einem kühlen Kopf. Das ist der Grund, weshalb ich nie Tagebuch schreiben würde.
Allerdings würde ich auch nicht etwas (Positives) zu einem Thema schreiben, das ich nicht unterstütze (ein Beispiel: Walfang)

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Fay am Fr 21 Aug 2009 - 19:56

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Gast am Di 1 Sep 2009 - 14:58

Also, ich finde eigentlich das Gute am Schreiben, dass ich gerade über Dinge schreiben kann, die ich nie selbst erlebt habe oder erleben musste. Ich finde es interessant, mich in andere Menschen und Situationen hineinzudenken. Im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung finde ich es sogar gerade gut, nicht über etwas sehr Persönliches zu schreiben (klar ist mir natürlich auch, dass man immer von seinen eigenen Erfahrungen zu seinen Texten gelangt, das hat ja durchaus was Persönliches). Denn wenn ich beispielsweise (was nicht der Fall ist) einen gewalttätigen Vater gehabt hätte, dann hätte ich bestimmt keine Lust, in der Öffentlichkeit lauter Fragen dazu zu beantworten. Daher finde ich es total okay, wenn Autoren über Dinge schreiben, die sie nicht selbst erlebt haben. Auch bei der Recherche nehme ich es nicht so genau. Ich schreibe zum Beispiel über einen Jungen mit Gedächtnisverlust. Dazu habe ich keine Interviews mit Betroffenen gelesen, und auch keine Lexika gewälzt. Wer die Wahrheit will, braucht keine Fiction lesen. Ich will mit meinen Texten etwas subjektives aussagen, und dazu finde ich, habe ich ja auch kreative Freiheit. So what, wenn das eben nicht genau die Erlebnisse sind, die Betroffene haben. Dann muss man eben ein Sachbuch lesen, wenn man sich darüber informieren will.

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Re: Sollte man über Persönliches schreiben?

Beitrag von Carelly am Mi 15 Sep 2010 - 15:18

Gast schrieb:
Also, hier haben ja schon einige User kritisiert, dass hier vielzuviele sehr persönliche Erlebnisse als Geschichten niederschreiben.

Wie schon in der Überschrift erwähnt, wollte ich euch nun fragen, ob ihr hierbei sagt, dass eigene Erlebnisse und das Schreiben grundsätzlich getrennt voneinander sein müssen und man eher distanziertere/objektivere Themen behandeln sollte.

Oder ob ihr meint, man müsse auf jeden Fall über Persönliches schreiben, da dadurch erst die Texte an Leben gewinnen und Menschen mit ihrem Gefühl und ihrer Nähe beeindrucken können.


Ehrlich gesagt, ich finde es interessant, etwas zu lesen, was jemand erlebt hat. Aber das heißt für mich nicht automatisch, dass das persönlich Erlebte besser sein muss, als das, was sich der Autor ausgedacht hat. Viele Autoren schreiben fantastische Thriller, Abenteuer, Dramen etc., ohne das alles selbst durch gemacht zu haben, sondern weil sie gründlich recherchiert haben und gut darstellen können. Im Grunde gefällt mir beides - wahre Begebenheit oder reine Fiktion kombiniert mit Recherche.

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